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Flugzeuge und Geschichte - Das Militärluftfahrtmuseum Zeltweg
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Flugzeuge und Geschichte - Das Militärluftfahrtmuseum Zeltweg

Militärluftfahrtmuseum Zeltweg

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3 Min. Lesezeit

Standort

Flugzeuge und Geschichte - Das Militärluftfahrtmuseum Zeltweg

Der ursprüngliche Plan war eigentlich ein anderer: Ein Tag am Red Bull Ring, Motoren hören, Asphalt riechen, fertig. Aber wer schon mal in der Gegend war weiß - Zeltweg hat noch mehr zu bieten als Kurven und Boxengassen. Direkt am Fliegerhorst Hinterstoisser, keine zehn Minuten vom Ring entfernt, wartet das Militärluftfahrtmuseum im alten Hangar 8. Und weil der Eintritt gerade mal 3 Euro kostet, war die Entscheidung schnell getroffen.

Ankommen im Hangar 8

Schon beim Betreten des historischen Hangars trifft einen diese ganz eigene Atmosphäre: gedämpftes Licht, der leichte Geruch von altem Metall und Kerosin, und überall Flugzeuge. Nicht hinter Glas, nicht auf Podesten in sicherem Abstand - sondern zum Angreifen nah. Auf rund 5.000 m² Ausstellungsfläche stehen über 25 Luftfahrzeuge dicht an dicht, von kleinen Propellermaschinen bis hin zu imposanten Strahlflugzeugen.

Innen

Das Museum ist eine Außenstelle des Heeresgeschichtlichen Museums Wien und wurde 2005 anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Bundesheeres der Zweiten Republik ins Leben gerufen. Was als temporäre Ausstellung gedacht war, ist geblieben - und das ist gut so.

Der Draken - ein Stück Kalter Krieg

Das absolute Highlight für mich: der Saab 35OE Draken. Nicht nur einer, sondern gleich mehrere Exemplare. Zwei davon im Hangar mit besonderen Sonderlackierungen - “Ostarrichi” und “Dragon Knights” - und ein weiterer draußen auf dem Freigelände, in dem man sogar Platz nehmen kann.

Diese Doppeldelta-Silhouette ist einfach ikonisch. Der Draken war von 1988 bis 2005 beim österreichischen Bundesheer im Einsatz und ist in gewisser Weise das Gesicht der österreichischen Militärluftfahrt der Nachkriegszeit. Danebenstehen und sich vorstellen, wie Piloten damit einst den österreichischen Luftraum überwachten - das hat etwas.

Vom Saab 105 bis zur Yak - die ganze Bandbreite

In der nähe der Draken steht auch der Saab 105 Trainingsjet in der Tiger Lackierung. Die sind aktuell noch im Einsatz sollen aber Zeitnahe durch die Leonardo Jets. Dazu gesellen sich Klassiker wie die Fouga CM 170 Magister, der De Havilland Vampire und der markante Saab J 29 - intern liebevoll “Fliegende Tonne” genannt. Wer sich für die Entwicklung der Militärluftfahrt interessiert, bekommt hier quasi einen kompletten Querschnitt durch Jahrzehnte österreichischer Luftstreitkräfte.

Auch die Hubschrauber kommen nicht zu kurz: Bell H13 “Sioux”, Alouette II und Bell Agusta 204 stehen ebenfalls in der Sammlung. Wer Helikopter mag, findet hier genauso seinen Spaß.

Die Geschichte dahinter - mehr als nur Blech

Was mich wirklich überrascht hat, war der historische Teil der Ausstellung. Neben den Flugzeugen selbst gibt es ausführliche Schautafeln, Uniformen, Ausrüstungsgegenstände und historische Fotografien, die die Geschichte der österreichischen Heeresfliegerei von den Anfängen bis heute erzählen und Exponate die auch den zweiten Weltkrieg und die Greueltaten nicht beschönigen oder verstecken.

Besonders beeindruckend: die Geschichte bedeutender österreichischer Pilot:innen, darunter die k.u.k.-Flugpionierin Lilly Steinschneider oder dem erfolgreichsten Jagdfliger der k.u.k Luftfahrttruppen und Namensgeber des Fliegerhorstes in Langenlebern Godwin Brumowski. Solche Geschichten geben den ausgestellten Maschinen plötzlich Kontext - hinter jedem Cockpit stecken echte Menschen und echte Einsätze.

SaabSkeletiert

Ergänzt wird das Ganze durch Flugsimulator, Strahltriebwerke zum Anfassen, Radargeräte und fliegertechnisches Equipment.

Praktische Infos

AdresseFliegerhorst Hinterstoisser (Hangar 8), Haldenweg 45, 8740 Zeltweg
ÖffnungszeitenEnde April bis Ende Oktober, Di-So 9-17 Uhr (letzter Einlass 16 Uhr)
EintrittErwachsene € 3,- / Ermäßigt € 2,-
Websitehgm.at

Fazit

Drei Euro. Zwei Stunden. Über 25 Flugzeuge und ein überraschend tiefer Einblick in die Geschichte der österreichischen Luftstreitkräfte. Das Militärluftfahrtmuseum Zeltweg ist einer jener Orte, die man nicht auf dem Radar hat. Wer sowieso schon in der Gegend ist, sich für Technik und Flugzeuge interessiert hat eigentlich keine Ausrede, vorbeizufahren und wenn man vorher oder Nachher noch etwas Zeit hat kann man sich im Tauro Wasserturm, der praktisch auf der anderen Straßenseite liegt noch einen entspannten Kaffee gönnen.

TauroWasserturm