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Linux auf dem Surface Go  -  Bonus: Kando Pie Menu
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Linux auf dem Surface Go - Bonus: Kando Pie Menu

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2 Min. Lesezeit

Linux auf dem Surface Go - Bonus: Kando Pie Menu

Ein Bonus-Artikel zur Serie - ein touch-freundlicher Launcher der sich gut in einen Stift- und Touch-Workflow einfügt und inzwischen fester Bestandteil meines Alltags auf dem Surface Go geworden ist.

Was ist Kando?

Kando ist ein quelloffenes, plattformübergreifendes Pie-Menü. Man löst es per Tastenkürzel aus, woraufhin ein kreisförmiges Menü erscheint - unter dem Cursor, der Stiftspitze oder dem Finger. Von dort lassen sich Apps starten, Befehle ausführen oder Tastenkürzel simulieren, alles mit einer einzigen Geste. Kando ist explizit für Maus-, Stift- und Touch-Eingabe ausgelegt, was es zu einem naheliegenden Kandidaten für das Surface Go macht.

Bei mir ist Kando inzwischen der zentrale Launcher: VS Code, Firefox, Thunderbird und Spotify lassen sich direkt aufrufen, Obsidian Vaults öffnen sich per Geste, und rund 30 untergliederte Browser-Shortcuts sowie die OnlyOffice-Tools sind ebenfalls eingebunden. An weiteren eigenen Commands arbeite ich noch.

Warum nicht das Flatpak?

Kando ist auf Flathub verfügbar, aber die Flatpak-Version läuft auf GNOME Wayland in D-Bus-Sandboxing-Probleme. Das Symptom ist eine irreführende Fehlermeldung:

Failed to connect to the bus: Failed to connect to socket /run/dbus/system_bus_socket
Kando is already running.

Kando läuft dabei gar nicht - die Sandbox blockiert die D-Bus-Verbindung die Kando braucht um globale Tastenkürzel zu registrieren und mit dem Compositor zu kommunizieren. Die Lösung ist das Flatpak komplett zu umgehen und stattdessen das offizielle .deb-Paket zu installieren, das mit vollem Systemzugriff läuft.

Installation

Das aktuelle .deb-Paket von der GitHub-Releases-Seite herunterladen und installieren:

wget https://github.com/kando-menu/kando/releases/download/v2.2.0/kando_2.2.0_amd64.deb
sudo apt install ./kando_2.2.0_amd64.deb

Falls das Flatpak zuvor installiert war, zuerst aufräumen:

flatpak uninstall --delete-data menu.kando.Kando
flatpak uninstall --unused

GNOME-Integrations-Extension

Auf GNOME Wayland benötigt Kando eine Shell-Extension um die aktuelle Mausposition und das fokussierte Fenster abzufragen sowie globale Tastenkürzel zu registrieren. Die Extension heißt kando-integration@kando-menu.github.io - sie lässt sich über extensions.gnome.org oder die Extension-Manager-App installieren und muss aktiviert sein.

Autostart

Kando trägt sich nicht automatisch in den Autostart ein. Damit es bei jedem Login startet, einen Autostart-Eintrag anlegen:

mkdir -p ~/.config/autostart
cat > ~/.config/autostart/kando.desktop << EOF
[Desktop Entry]
Type=Application
Name=Kando
Exec=kando
Hidden=false
NoDisplay=false
X-GNOME-Autostart-enabled=true
EOF

Surface Pen Hintere Taste - Eine Sackgasse

Der naheliegendste Auslöser für ein Pie-Menü auf einem stiftbasierten Gerät wäre die hintere Taste des Surface Pen. Unter Windows ist sie frei belegbar - unter Linux registriert sie sich schlicht als kein Eingabe-Event. Weder evtest noch libinput debug-events liefern irgendeine Ausgabe beim Drücken der hinteren Taste. Der Treiber-Stack gibt sie einfach nicht weiter.

Die seitliche Taste des Stifts funktioniert einwandfrei und wurde unverändert belassen. Als Auslöser für Kando verwende ich Ctrl+Space - das Standard-Tastenkürzel, gut erreichbar mit aufgesetzter Type Cover.

Wie es sich im Alltag anfühlt

Der Workflow hat sich schnell eingespielt: Kando öffne ich per Tastatur mit Ctrl+Space, die Auswahl treffe ich dann per Touch oder Stift - je nachdem was gerade bei der Hand ist. Das Antippen und Ziehen zur Elementauswahl fühlt sich mit dem Surface Pen natürlich an und ist deutlich schneller als durch App-Menüs zu navigieren.

kando

Kando läuft stabil, startet zuverlässig mit der Session und ist inzwischen eines der Features das ich auf dem Surface Go nicht mehr missen möchte.