Linux auf dem Surface Go — Fazit nach ein paar Wochen
Linux auf dem Surface Go — Fazit nach ein paar Wochen
Keine Commands, keine Tabellen, kein Debugging. Dieser Artikel ist der Rückblick — wie fühlt sich das Ganze im echten Alltag an, nachdem der Staub sich gesetzt hat.
Was das Gerät jetzt ist
Das Surface Go ist genau das geworden was ich wollte: ein ultraportables, langlaufendes Tablet das sich ohne Kompromisse für Browsing, Journaling, Notizen und leichte Coding-Aufgaben eignet. Linux läuft auf der Hardware überraschend gut — der Wechsel vom Stock-Ubuntu-Kernel auf den linux-surface Kernel war der entscheidende Schritt, und danach hat sich das System schnell wie ein fertiges Produkt angefühlt.
Die größte Überraschung
Performance. Der Pentium Gold 4415Y ist kein Kraftpaket, aber Linux holt deutlich mehr aus ihm heraus als Windows es zuletzt getan hat. Das System startet schnell, Apps öffnen sich flott, und der Alltag fühlt sich nie träge an. Wer das Gerät noch unter Windows 11 mit allen Hacks am Laufen hatte weiß wie unterschiedlich sich das anfühlen kann.
Was noch umzulernen ist
Linux ist nicht Windows — das klingt banal, macht sich aber in kleinen Momenten bemerkbar. Der klassiker: wann ist es Ctrl+C und wann Ctrl+Shift+C? Wann Ctrl+V und wann Ctrl+Shift+V? Im Terminal gelten andere Regeln als im Rest des Systems, und das Muskelgedächtnis braucht eine Weile um das zu verinnerlichen. Kein echtes Problem — aber ein ehrlicher Hinweis für alle die frisch von Windows kommen.
Hat es Windows ersetzt?
Für dieses Gerät vollständig — ja. Im breiteren Alltag habe ich noch Windows-Maschinen, aber die Ablösung ist näher gerückt als sie es vor diesem Projekt war. Das Surface Go hat als Testballon genau das gezeigt was ich wissen wollte: Linux als Desktop-System ist ausgereift genug um ernsthaft in Betracht gezogen zu werden, auch für jemand der bisher hauptsächlich auf Raspberry Pis und Servern damit gearbeitet hat.
Würde ich es empfehlen?
Ja — aber mit einem klaren Hinweis: Einfach mal ausprobieren kostet nichts. Mit einem Ventoy-Stick und einer Ubuntu-ISO kann man das Live-System starten und die Hardware testen, ohne irgendetwas zu installieren oder zu riskieren. Genau dafür ist der Live-Modus da. Wer danach noch Lust hat weiterzumachen, findet in dieser Serie alle Schritte die dazu nötig sind.
Für jemand mit Raspberry Pi Erfahrung ist die Lernkurve überschaubar. Das Terminal ist vertraut, Pakete installieren ist vertraut, und GNOME als Desktop erklärt sich weitgehend von selbst. Der größte Unterschied ist nicht die Technik — es ist die Bereitschaft, ein paar eingespielte Gewohnheiten neu zu lernen.
Das Surface Go läuft. Und es macht Spaß.